Eine vegetarische und vegane Revolution für die Gastronomie in Europa

In Europa gibt es immer mehr Menschen, die sich vegetarisch oder sogar vegan ernähren. Eine Tatsache, die von den Herstellern verlangt, sich anzupassen. Denn der Trend einer vegetarischen und/oder veganen Ernährung wird nicht so schnell wieder verschwenden. Einem Bericht des „smartproteinproject“ zufolge ist sogar das Gegenteil der Fall.

Eine von der Europäischen Union geförderte Studie von smartproteinproject.eu befragte 7.590 Menschen in zehn europäischen Ländern zu ihren Ernährungsgewohnheiten. Mit dem Ergebnis, dass sich 37% der europäischen Verbraucher heute selbst als Flexitarier, Pescetarier (Konsumenten von Fisch und Meeresfrüchten), Vegetarier und Veganer bezeichnen.

Parallel dazu zeigt die Umfrage weitere Trends auf: 46% der Befragten gaben an, ihren Fleischkonsum bereits deutlich reduziert zu haben. Knapp 40 % der europäischen Verbraucher beabsichtigen, in naher Zukunft weniger Fleisch zu konsumieren.

Etwa 30 % der Verbraucher gaben an, ihren Konsum von Milchprodukten reduzieren zu wollen. Ein ähnlicher Anteil gibt an, deutlich mehr Milchprodukt- und Fleischalternativen auf pflanzlicher Basis konsumieren zu wollen. 73 % der Flexitarier berichten, dass sie ihren Fleischkonsum deutlich reduziert haben.

Die Niederländer und Rumänen haben die meisten Flexitarier (d. h. sie essen abwechselnd Fleisch und pflanzliche Produkte). 10 % der Deutschen bezeichnen sich selbst als Vegetarier oder Veganer, der höchste Prozentsatz unter den zehn Ländern, die für diese Umfrage ausgewählt wurden. Frankreich liegt im europäischen Durchschnitt. So sind 37% der Verbraucher Anhänger einer "alternativen" Ernährungsweise. Während sich Flexitarier im unteren Bereich der Statistik befinden (27 %), bezeichnen sich in Frankreich nur 6 % der Verbraucher als Vegetarier oder Veganer.

50 % der Flexitarier halten letztendlich pflanzliche Alternativen für zu teuer, während 48 % gerne mehr Informationen darüber hätten. Fast zwei Drittel der Flexitarier (61 %) glauben, dass Lebensmittel aus pflanzlichen Proteinen ein guter Ersatz sind. Eiweiße pflanzlichen Ursprungs gewinnen das Vertrauen der Verbraucher am meisten, gefolgt von Eiweißen aus Pilzen und Algen.

Ebenfalls sollte der Lebensmitteleinzelhandel laut der Studie mehr Anstrengungen unternehmen, vegane Alternativen zu herkömmlichen Produkten anzubieten. In der von „smartproteinproject“ in Auftrag gegebenen Studie waren 45% der Flexitarier der Meinung, dass es in Supermärkten, Restaurants und Hotels nicht genügend pflanzliche Alternativen gibt.

In Europa gibt es jedoch immer mehr Initiativen, die in diese Richtung gehen. So zum Beispiel Thomas Klein in Berlin, der eine Hotelkooperation gegründet hat, die sich auf vegane/vegetarische Hotels spezialisiert haben. „Veggiehotels“ wurde 2011 gegründet und widmet sich ausschließlich rein veganen und/oder vegetarischen Unterkünften. Der Verband listet 272 „Veggiehotels“ auf. In Italien gibt es 55, in Deutschland 54, im Vereinigten Königreich 45 und in Frankreich 29 solcher Einrichtungen. Im Jahr 2016 wurde eine zweite Website, „VeganWelcome“, eingerichtet, auf der Hotels aufgeführt sind, die eine Option für rein pflanzliche Gerichte anbieten. Ein Angebot, das laut Thomas Klein bis zu 50 % des gesamten gastronomischen Angebots ausmachen kann.

In Frankreich gibt es mehrere Websites, die das vegetarische/vegane Angebot erfassen. So unterstützt beispielsweise die „Association Végétarienne de France“ die Website „Végécantines“. Diese listet rund 80 Städte oder Stadtteile in Frankreich auf, die ein pflanzliches kulinarisches Angebot bieten. Das Tourismusamt von Paris widmet auch eine seiner Webseiten dem vegetarischen Angebot.

„VegOresto“ listet Restaurants mit einem vegetarischen/veganen Angebot in ganz Frankreich auf. Die Seite gibt an, über 3000 Partnerrestaurants zu haben. Mehr als 700 Köche haben sich seit Januar 2015 der VegOresto-Herausforderung gestellt und ein pflanzliches Entdeckungsessen veranstaltet. VegOresto bietet Hotelschulen sogar zwei Bildungsmodule an, um Lehrer und Schüler für die veränderten Konsumgewohnheiten zu sensibilisieren.