Preis und Vielfalt als entscheidende Faktoren für den Erfolg pflanzenbasierter Lebensmittel - eine Studie erklärt.

In Zusammenarbeit mit ProVeg International, der Universität von Kopenhagen und der Ghent University in Belgien befragte Innova Market Insights 7.500 Verbraucher aus 10 europäischen Ländern zu ihrer Meinung gegenüber pflanzlichen Lebensmitteln.

Jasmijn de Boo, Vizepräsidentin von ProVeg International gab an: “Die Umfrage deutet auf ein enormes Potenzial für pflanzliche Lebensmittel in Europa hin und gibt allen relevanten Akteuren in diesem Bereich grünes Licht, mehr und vor allem bessere Produkte zu entwickeln.” 

“Die Nachfrage nach Alternativen zu tierischem Protein wächst in einem bemerkenswerten Tempo ohne, dass ein Ende in Sicht ist.”

Im Rahmen der Umfrage, die als Teil des EU-geförderten Smart Protein Projekts durchgeführt wurde, wurden Verbraucher zu Ihren Essgewohnheiten befragt. Besonders wichtig war es außerdem die Bekanntheit der pflanzlichen Alternativen herauszustellen und herauszufinden, ob Verbraucher diesen trauen und welche Entwicklung sie sich in dieser Branche wünschen. Nahezu die Hälfte der Befragten gab an, dass sie bereits ihren Fleischkonsum reduziert habe, während 40 % dies in naher Zukunft planen. Auch Milchprodukte geraten in die Schusslinie, da drei von zehn Befragten sagten, dass sie vorhaben, ihren täglichen Konsum herunterzuschrauben. Eine ähnliche Anzahl Befragter gab an, Milch- und Fleischprodukte durch pflanzliche Alternativen ersetzen zu wollen, die als gesünder und umweltfreundlicher gelten. Die große Mehrheit der Verbraucher (90 %), die pflanzliche Produkte konsumieren, sind weder Vegetarier noch Veganer, sondern Flexitarier, die lediglich ihren Fleischkonsum reduzieren wollen.

Flexitarier haben ein größeres Vertrauen in pflanzliche Produkte als andere, wobei 60 % denken, dass die Lebensmittel korrekt gelabelt worden sind. Etwa die Hälfte beschwerte sich allerdings auch, dass es nicht genügend Veggie-Optionen in Supermärkten und Restaurants gebe und dass pflanzliche Alternativen generell zu teuer seien. Insbesondere äußerten sie den Wunsch nach erschwinglichen pflanzlichen Alternativen zu Geflügel, Rindfleisch, Lachs, Thunfisch und Käse. Die Umfrage wurde von 7.500 Menschen aus ganz Österreich, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Rumänien, Spanien und dem Vereinigten Königreich beantwortet. Österreich war das Land, indem die Verbraucher sich größtenteils pflanzliche Alternativen zu Fleischprodukten wünschten, während in Spanien und Deutschland der Hunger nach milchfreiem Käse am größten war. Einige große Supermarktketten wie Aldi schlugen schnell Kapital aus den sich verändernden Essgewohnheiten der Menschen und brachten ihre eigenen vegetarischen oder veganen Produktlinien heraus.

Christoph Georgius, Geschäftsbereichsleiter von Aldi Nord erklärte: “Die Umfrage zeigt einen der wichtigsten Trends unserer Zeit auf und bestärkt uns darin, pflanzliche Lebensmittel als relevantes Thema für Aldi Nord zu definieren.” Wie eine frühere Untersuchung des Projekts ergab, sind Geschmack und Zufriedenheit, vor allem bei Flexitariern, nach wie vor die wichtigsten Faktoren, wenn es um den Kauf pflanzlicher Produkte geht. Zugleich sind Frische, Anzahl der Zusatzstoffe und Preis wichtige Kriterien, die entscheidend für das weitere Wachstum der Branche sein könnten. Nach Angaben von Innova Market Insights, das die Zunahme von Lebensmitteln und Getränken auf pflanzlicher Basis seit vielen Jahren verfolgt, wollen Verbraucher bereits seit einiger Zeit auf Milch- und Fleischprodukte verzichten.

Es wird erwartet, dass der weltweite Markt für pflanzliche Produkte einen Wert von 77,8 Mrd. US-Dollar erreicht. Prognosen zufolge wird der Markt bis 2030 um das Zweifache wachsen. Bereits vor zwei Jahren ergab die weltweite Verbraucherumfrage des Unternehmens, dass ein stetig wachsendes Interesse an Produkten besteht, die sich mit den Themen Gesundheit und Nachhaltigkeit befassen. Vinciane Patelou, Direktorin der European Plant-based Foods Association (ENSA) erklärt: “Der Hunger der europäischen Verbraucher nach pflanzlichen Lebensmitteln hält an. Das zeigt vor allem Anzahl der Europäer, die angeben, dass sie in Zukunft mehr pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten und Fleisch essen wollen.”

Das bietet sowohl den großen Akteuren der Branche als auch den Newcomern die Möglichkeit, neue Produktarten zu entwickeln - von Fertiggerichten bis hin zu Produkten für die Gastronomie. Daher werden mehr innovative Proteinquellen und Fertigerzeugnisse benötigt, um die steigende Nachfrage nach pflanzlichen Lebensmitteln und Getränken in Europa zu decken.